An den Mond in einer Herbstnacht, D. 614

Lyrics: Aloys Schreiber Music: Franz Schubert An den Mond in einer Herbstnacht
Freundlich ist dein Antlitz, Söhn des Himmels! Leis sind deine Tritte Durch des Äthers Wüste, Holder Nachtgefährte!
Dein Schimmer ist sanft und erquickend, Wie das Wort des Trostes Von des Freundes Lippe, Wenn ein schrecklicher Geier An der Seele nagt.
Manche Träne siehst du, Siehst so manches Lächeln, Hörst der Liebe trauliches Geflüster, Leuchtest ihr auf stillem Pfade; Hoffnung schwebt auf deinem Strahle, Herab zum stillen Dulder, Der verlassen gebt auf bedorntem Weg.
Du siehst auch meine Freunde, Zerstreut in fernen Landen; Du giessest deinen Schimmer Auch auf die frohen Hügel, Wo ich oft als Knabe hüpfte, Wo oft bei deinem Lächeln Ein unbekanntes Sehnen Mein junges Herz ergriff.
Du blickst auch auf die Stätte, Wo meine Lieben ruhn, Wo der Tau fällt auf ihr Grab, Und die Gräser drüber weh’n In dem Abendhauche.
Doch dein Schimmer dringt nicht In die dunkle Kammer, Wo sie ruhen von des Lebens Müh’n, Wo auch ich bald ruhen werde! Du wirst geh’n und Wiederkehren, Du wirst seh’n noch manches Lächeln, Dann werd’ ich nicht mehr lächeln, Dann werd’ ich nicht mehr weinen, Mein wird man nicht mehr gedenken Auf dieser schönen Erde.