Lyrics: Dennis Martin/Christoph Jilo
Music: Dennis Martin
RABANUS
Und die Zeit scheint stillzusteh'n,
als Johannas Maske fällt.
Der Moment enttarnt die Wahrheit
und entblösst eine verlog'ne Welt.
-
Im Lateran raucht jetzt der Schlot,
Weihrauch wird dort nicht verbrannt.
Jedes Schriftstück steht in Flammen,
auf dem Johannas Name stand.
-
Das Volk empfindet keinen Zorn.
Nur Trauer hat es tief berührt.
Die Menschen Roms sind voller Dank,
auch wenn er einer Frau gebührt.
-
MÄDCHEN
Seid Ihr Abt Rabanus?
RABANUS
Ja, der bin ich. Ist sonst niemand mehr hier?
MÄDCHEN
Wahrscheinlich sind schon alle nach Hause gegangen.
RABANUS
Und du nicht?
MÄDCHEN
Ich wollte noch etwas schreiben.
RABANUS
Das kommt mir irgendwie bekannt vor … Wie hast du mich erkannt?
MÄDCHEN
Unser Lehrer hat von Euch und dem Kloster Fulda erzählt, und dass Ihr unsere Schule besuchen kommen wollt.
Hattet Ihr es weit hierher nach Rom?
RABANUS
Ich war viele Wochen unterwegs. Ich möchte dieses Buch der Bibliothek deiner Schule übergeben.
MÄDCHEN
Nur dafür habt ihr diesen langen Weg auf Euch genommen? Was ist das für ein Buch?
RABANUS
Eine Übersetzung der Humoralpathologie des Hippokrates ins Lateinische. Eine junge Frau hat sie vor vielen Jahren angefertigt.
MÄDCHEN
Das kann nur Johanna gewesen sein!
RABANUS
Du kennst sie?
MÄDCHEN
Jeder in Rom weiß, wer sie war! Sie hat diese Schule bauen lassen, als sie Papst war. Oder besser:
RABANUS + MÄDCHEN
Päpstin.
MÄDCHEN
Sie hat es Anastasius gezeigt, und nach ihrem Tod ist er wieder nicht Papst geworden.
RABANUS
Er hat unterschätzt, wie wichtig es ist, die Menschen im Herzen zu erreichen. So wie Johanna es konnte, weil sie sich für so viel mehr interessiert hat als nur für sich selbst. Als ich ihr das erste Mal begegnet bin, war sie so alt wie du.
MÄDCHEN
War sie auch auf einer Mädchenschule?
RABANUS
Das nicht. Aber sie hätte sich sicher gewünscht, eine solche Schule besuchen zu können. Und trotzdem hat sie ihren Weg gefunden, denn sie war neugierig und sehr mutig.
MÄDCHEN
Meine Eltern waren auch erst dagegen, dass ich auf diese Schule gehe. Aber ich habe nicht lockergelassen.
RABANUS
Gut so.
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JOHANNA
Nimm den Mut und setz' ihn ein,
dann kann so vieles möglich sein.
Es liegt in deinen Händen.
-
JOHANNA+ENSEMBLE
Frei zu sein,
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JOHANNA
Das bedeutet viel
und ich hab' gelebt für dieses Ziel,
denn es gibt noch so viel mehr.
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So viel mehr.
So viel mehr.
So viel mehr,
als wir mit blossen Augen seh'n.
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So viel mehr,
da ist so viel mehr.
Weil das Leben so viele Fragen stellt,
will ich suchen geh'n, um die ganze Welt
im Inner'n zu versteh'n,
da ist so viel mehr,
so viel mehr.
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So viel mehr als wir mit blossen Augen seh'n.
So viel mehr.
So viel mehr.
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Und ich fürchte meine Zukunft nicht,
weil sie mir so viel mehr verspricht.
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So viel mehr,
-
Damit ich mein Leben irgendwann
begreifen kann.
Ich will noch so viel lernen,
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JOHANNA+ENSEMBLE
So viel mehr.
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