Lyrics: Rainer Maria Rilke
Music: Viktor Ullmann
Der von Langenau schreibt einen Brief, ganz in Gedanken.
Langsam malt er mit großen, ernsten, aufrechten Lettern:
»Meine gute Mutter, seid stolz:
Ich trage die Fahne, seid ohne Sorge.
Ich trage die Fahne, habt mich lieb:
Ich trage die Fahne – «
Dann steckt er den Brief zu sich in den Waffenrock, an die heimlichste Stelle .
Und denkt: vielleicht findet ihn einmal Einer ... Und denkt: ...; denn der Feind ist nah.
Sie reiten über einen erschlagenen Bauern.
Er hat die Augen weit offen und Etwas spiegelt sich drin; kein Himmel.
Später heulen Hunde.
Es kommt also ein Dorf, endlich.
Und über den Hütten steigt steinern ein Schloß.
Breit hält sich ihnen die Brücke hin.
Groß wird das Tor.
Hoch willkommt das Horn. Horch: Poltern, Klirren und Hundegebell! Wiehern im Hof, Hufschlag und Ruf.