Music: Richard Wagner
Nicht sehre dich Sorge um mich:
einzig taugt mir der Tod!
Wer hiess dich Maid,
dem Harst mich entführen?
Im Sturm dort hätt' ich den Streich empfah'n
von derselben Waffe, der Siegmund fiel:
das Ende fand ich
vereint mit ihm!
Fern von Siegmund - Siegmund, von dir! -
O deckte mich Tod, dass ich's denke!
Soll um die Flucht
dir, Maid, ich nicht fluchen,
so erhöre heilig mein Flehen:
stosse dein Schwert mir ins Herz!
Lebe, o Weib, um der Liebe willen!
Rette das Pfand, das von ihm du empfingst:
ein Wälsung wächst dir im Schoss!
Rette mich, Kühne! Rette mein Kind!
Schirmt mich, ihr Mädchen, mit mächtigstem Schutz!
Der Sturm kommt heran.
Flieh', wer ihn fürchtet!
Fort mit dem Weibe, droht ihm Gefahr:
der Walküren keine wag' ihren Schutz!
Rette mich, Maid! Rette die Mutter!
So fliehe denn eilig - und fliehe allein!
Ich bleibe zurück, biete mich Wotans Rache:
an mir zögr' ich den Zürnenden hier,
während du seinem Rasen entrinnst.
Wohin soll ich mich wenden?
Wer von euch Schwestern schweifte nach Osten?
Nach Osten weithin dehnt sich ein Wald:
der Niblungen Hort entführte Fafner dorthin.
Wurmesgestalt schuf sich der Wilde:
in einer Höhle hütet er Alberichs Reif!
Nicht geheu'r ist's dort für ein hilflos' Weib.
Und doch vor Wotans Wut schützt sie sicher der Wald:
ihn scheut der Mächt'ge und meidet den Ort.
Furchtbar fährt
dort Wotan zum Fels.
Brünnhilde, hör' seines Nahens Gebraus'!
Fort denn eile, nach Osten gewandt!
Mutigen Trotzes ertrag' alle Müh'n, -
Hunger und Durst, Dorn und Gestein;
lache, ob Not, ob Leiden dich nagt!
Denn eines wiss' und wahr' es immer:
den hehrsten Helden der Welt
hegst du, o Weib, im schirmenden Schoss! -
Verwahr' ihm die starken Schwertesstücken;
seines Vaters Walstatt entführt' ich sie glücklich:
der neugefügt das Schwert einst schwingt,
den Namen nehm' er von mir -
"Siegfried" erfreu' sich des Siegs!
O hehrstes Wunder! Herrlichste Maid!
Dir Treuen dank' ich heiligen Trost!
Für ihn, den wir liebten, rett' ich das Liebste:
meines Dankes Lohn lache dir einst!
Lebe wohl! Dich segnet Sieglindes Weh'!