Music: Richard Wagner
Dich lieb' ich:
o liebtest mich du!
Nicht hab' ich mehr mich:
o, hätte ich dich!
Ein herrlich Gewässer
wogt vor mir;
mit allen Sinnen
seh' ich nur sie,
die wonnig wogende Welle:
Brach sie mein Bild,
so brenn' ich nun selbst,
sengende Glut
in der Flut zu kühlen;
ich selbst, wie ich bin,
spring' in den Bach:
o, dass seine Wogen
mich selig verschlängen,
mein Sehnen schwänd' in der Flut!
Erwache, Brünnhilde!
Wache, du Maid!
Lache und lebe,
süsseste Lust!
Sei mein! Sei mein! Sei mein!
O Siegfried! Dein
war ich von je!
Warst du's von je,
so sei es jetzt!
Dein werd' ich
ewig sein!
Was du sein wirst,
sei es mir heut'!
Fasst dich mein Arm,
umschling' ich dich fest;
schlägt meine Brust
brünstig die deine;
zünden die Blicke,
zehren die Atem sich;
Aug' in Auge,
Mund an Mund:
dann bist du mir,
was bang du mir warst und wirst!
Dann brach sich die brennende Sorge,
ob jetzt Brünnhilde mein?
Ob jetzt ich dein?
Göttliche Ruhe
rast mir in Wogen;
keuschestes Licht
lodert in Gluten:
himmlisches Wissen
stürmt mir dahin,
Jauchzen der Liebe
jagt es davon!
Ob jetzt ich dein?
Siegfried! Siegfried!
Siehst du mich nicht?
Wie mein Blick dich verzehrt,
erblindest du nicht?
Wie mein Arm dich presst,
entbrennst du mir nicht?
Wie in Strömen mein Blut
entgegen dir stürmt,
das wilde Feuer,
fühlst du es nicht?
Fürchtest du, Siegfried,
fürchtest du nicht
das wild wütende Weib?
Ha!
Wie des Blutes Ströme sich zünden,
wie der Blicke Strahlen sich zehren,
Wie die Arme brünstig sich pressen,
kehrt mir zurück
mein kühner Mut,
und das Fürchten, ach!
Das ich nie gelernt,
das Fürchten, das du
mich kaum gelehrt:
das Fürchten, mich dünkt
ich Dummer vergass es nun ganz!
O kindischer Held!
O herrlicher Knabe!
Du hehrster Taten
töriger Hort!
Lachend muss ich dich lieben,
lachend will ich erblinden,
lachend lass uns verderben
lachend zu Grunde gehn!
Lachend erwachst
du Wonnige mir:/leuchtende Welt!
Brünnhilde lebt,/Zerfall in Staub
Brünnhilde lacht!/deine stolze Burg!
Heil dem Tage,/Leb' wohl, prangende
der uns umleuchtet!/Götterpracht!
Heil der Sonne,/End' in Wonne
die uns bescheint!/du ewig Geschlecht!
Heil dem Licht,/Zerreisst, ihr Nornen,
das ser Nacht enttaucht!/das Runenseil!
Heil der Welt,/Götterdämm'rung,
der Brünnhilde lebt!/dunkle herauf!
Sie wacht, sie lebt,/Nacht der Vernichtung
sie lacht mir entgegen./neble herein!
Prangend strahlt/Mir strahlt zur Stunde
mir Brünnhildes Stern!/Siegfrieds Stern;
Sie ist mir ewig,/er ist mir ewig,
ist mir immer,/ist mir immer,
Erb' und Eigen,/Erb' und Eigen,
ein' und all':/ein' und all':
leuchtende Liebe,/leuchtende Liebe
lachender Tod!/lachender Tod!