Nanna’s Lied

Lyrics: Bertolt Brecht Music: Kurt Weill "(sung) Meine Herren, mit siebzehn Jahren kam ich auf den Liebesmarkt und ich habe viel erfahren. Böses gab es viel, doch das war das Spiel. Aber manches hab ich doch verargt. (spoken) Schließlich bin ich ja auch ein Mensch. Refrain (sung) Gott sei Dank geht alles schnell vorüber, auch die Liebe und der Kummer sogar. Wo sind die Tränen von gestern Abend? Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr? Freilich geht man mit den Jahren leichter auf den Liebesmarkt und umarmt sie dort in Scharen. Aber das Gefühl wird erstaunlich kühl, wenn man damit allzuwenig kargt. (spoken) Schließlich geht ja jeder Vorrat zu Ende. Refrain (sung) Und auch wenn man gut das Handeln lernte auf der Liebesmess’: Lust in Kleingeld zu verwandeln wird doch niemals leicht. Nun, es wird erreicht. Doch man wird auch älter unterdes. (spoken) Schließlich bleibt man ja nicht immer siebzehn. Refrain (sung)"