Siegfried - Highlights:2. Aufzug: 3. Szene: Willkommen, Siegfried!

Music: Richard Wagner Willkommen, Siegfried! Sag’, du Kühner, hast du das Fürchten gelernt? Den Lehrer fand ich noch nicht. Doch den Schlangenwurm, du hast ihn erschlagen? Das war doch ein schlimmer Gesell? So grimm und tückisch er war, sein Tod grämt mich doch schier, da viel üblere Schächer unerschlagen noch leben! Der mich ihn morden hieß, den hass’ ich mehr als den Wurm! Nur sachte! Nicht lange siehst du mich mehr: zum ew’gen Schlaf schließ’ ich dir die Augen bald! Wozu ich dich brauchte, hast du vollbracht; jetzt will ich nur noch die Beute dir abgewinnen: – mich dünkt, das soll mir gelingen; zu betören bist du ja leicht! So sinnst du auf meinen Schaden? Wie, sagt’ ich denn das? Siegfried, hör’ doch,mein Söhnchen! Dich und deine Art haßt’ ich immer von Herzen; aus Liebe erzog ich dich Lästigen nicht: dem Horte in Fafners Hut, dem Golde galt meine Müh’. Gibst du mir das gutwillig nun nicht, Siegfried, mein Sohn, das siehst du wohl selbst, dein Leben mußt du mir lassen! Daß du mich hassest, hör’ ich gern: doch auchmein Lebenmuß ich dir lassen? Das sagt’ ich doch nicht? Du verstehst mich ja falsch! Sieh’, du bist müde von harter Müh’; brünstig wohl brennt dir der Leib: dich zu erquicken mit queckem Trank säumt’ ich Sorgender nicht. Als dein Schwert du dir branntest, braut’ ich den Sud: trinkst du nun den, gewinn’ ich dein trautes Schwert, und mit ihm Helm und Hort. So willst du mein Schwert und was ich erschwungen, Ring und Beute, mir rauben? Was du doch falsch mich verstehst! Stamml’ ich, fasl’ ich wohl gar? Die größte Mühe geb’ ich mir doch, mein heimliches Sinnen heuchelnd zu bergen, und du dummer Bube deutest alles doch falsch! Öffne die Ohren, und vernimm genau: höre, was Mime meint! – Hier nimm und trinke die Labung! Mein Trank labte dich oft: tat’st du wohl unwirsch, stelltest dich arg: was ich dir bot – erbost auch – nahmst du’s doch immer. Einen guten Trank hätt’ ich gern: wie hast du diesen gebraut? Hei! So trink nur, trau’ meiner Kunst! In Nacht und Nebel sinken die Sinne dir bald; ohne Wach’ und Wissen stracks streckst du die Glieder. Liegst du nun da, leicht könnt’ ich die Beute nehmen und bergen: doch erwachtest du je, nirgends wär’ ich sicher vor dir, hätt’ ich selbst auch den Ring. Drum mit dem Schwert, das so scharf du schufst, hau’ ich dem Kind den Kopf erst ab: dann hab’ ich mir Ruh’ und auch den Ring! Im Schlafe willst du mich morden? Was möcht’ ich? Sagt’ ich denn das? – Ich will dem Kind nur den Kopf abhau’n! Denn haßte ich dich auch nicht so sehr, und hätt’ ich des Schimpfs und der schändlichen Mühe auch nicht so viel zu rächen: aus demWege dich zu räumen, darf ich doch nicht rasten: wie käm’ ich sonst anders zur Beute, da Alberich auch nach ihr lugt? – Nun, mein Wälsung! Wolfssohn du! Sauf’, und würg’ dich zu Tod: nie tust du mehr ’nen Schluck! Schmeck’ du mein Schwert, ekliger Schwätzer! Neides-Zoll zahlt Notung: dazu durft’ ich ihn schmieden. In der Höhle hier lieg’ auf dem Hort! Mit zäher List erzieltest du ihn: jetzt magst du des wonnigen walten! Einen guten Wächter geb’ ich dir auch, daß er vor Dieben dich deckt.