Das Lied vom SA-Mann (Live)

Lyrics: Bertolt Brecht Music: Hanns Eisler Als mir der Magen knurrte, schlief ich Vor Hunger ein. Da hört ich sie ins Ohr mir Deutschland erwache! schrein. Da sah ich viele marschieren Sie sagten: ins dritte Reich. Ich hatte nichts zu verlieren Ich lief mit, wohin war mir gleich. Als ich marschierte, marschierte Neben mir ein dicker Bauch Und als ich „Brot und Arbeit“ schrie Da schrie der dicke das auch. Ich wollte nach links marschieren Nach rechts marschierte er Da ließ ich mich kommandieren Und lief blind hinterher. Und die da Hunger hatten Marschierten matt und bleich Zusammen mit den Satten In irgendein drittes Reich. Sie gaben mir einen Revolver Sie sagten: Schieß auf unsern Feind! Und als ich auf ihren Feind schoß Da war mein Bruder gemeint. Jetzt weiß ich: drüben steht mein Bruder. Der Hunger ist ’s, der uns eint Und ich marschiere, marschiere Mit seinem und meinem Feind. So stirbt mir jetzt mein Bruder Ich schlacht‘ ihn selber hin Und weiß nicht, daß, wenn er besiegt ist Ich selber verloren bin. Und weiß nicht, daß, wenn er besiegt ist Ich selber verloren bin.