Schwanengesang, D. 957: 14. Die Taubenpost, D. 965a

Lyrics: Johann Gabriel Seidl Music: Franz Schubert Ich hab' eine Brieftaub in meinem Sold, Die ist gar ergeben und treu, Sie nimmt mir nie das Ziel zu kurz, Und fliegt auch nie vorbei. Ich sende sie viel tausendmal Auf Kundschaft tĂ€glich hinaus, Vorbei an manchem lieben Ort, Bis zu der Liebsten Haus. Bis zu der Liebsten Haus. Dort schaut sie zum Fenster heimlich hinein, Belauscht ihren Blick und Schritt, Gibt meine GrĂŒsse scherzend ab Und nimmt die ihren mit. Kein Briefchen brauch' ich zu schreiben mehr, Die TrĂ€ne selbst geb' ich ihr; O sie vertrĂ€gt sie sicher nicht, Gar eifrig dient sie mir. Gar eifrig dient sie mir. Bei Tag, bei Nacht, im Wachen, im Traum, Ihr gilt das alles gleich; Wenn sie nur wandern, wandern kann, Dann ist sie ĂŒberreich! Sie wird nicht mĂŒd, sie wird nicht matt, Der Weg ist stets ihr neu; Sie braucht nicht Lockung, braucht nicht Lohn, Die Taub' ist so mir treu! Die Taub' ist so mir treu! Drum heg' ich sie auch so treu an der Brust, Versichert des schönsten Gewinns; Sie heisst – die Sehnsucht! Kennt ihr sie? Kennt ihr sie? Die Botin treuen Sinns. Die Botin treuen Sinns. Drum heg' ich sie auch so treu an der Brust, Versichert des schönsten Gewinns; Sie heisst – die Sehnsucht! Kennt ihr sie? Kennt ihr sie? Die Botin treuen Sinns. Die Botin treuen Sinns.