Lyrics: Richard Wagner Music: Richard Wagner Frisch weht der Wind der Heimat zu: - mein irisch Kind, wo weilest du? Sind's deiner Seufzer Wehen, die mir die Segel blähen? Wehe, wehe, du Wind! Weh, ach wehe, mein Kind! Mir erkoren, mir verloren, hehr und heil, kühn und feig! Todgeweihtes Haupt! Todgeweihtes Herz! Was hältst du von dem Knechte? Wen meinst du? Dort den Helden, der meinem Blick den seinen birgt, in Scham und Scheue abwärts schaut. Sag, wie dünkt er dich? Frägst du nach Tristan, teure Frau, dem Wunder aller Reiche, dem hochgepriesnen Mann, dem Helden ohne Gleiche, des Ruhmes Hort und Bann? Der zagend vor dem Streiche sich flüchtet, wo er kann, weil eine Braut er als Leiche für seinen Herrn gewann! Dünkt es dich dunkel, mein Gedicht? Frag ihn denn selbst, den freien Mann, ob mir zu nahn er wagt? Der Ehren Gruss und zücht'ge Acht vergisst der Herrin der zage Held, dass ihr Blick ihn nur nicht erreiche, den Helden ohne Gleiche! Oh, er weiss wohl, warum! Zu dem Stolzen geh, meld ihm der Herrin Wort: Meinem Dienst bereit, schleunig soll er mir nahn. Soll ich ihn bitten, dich zu grüssen? Befehlen liess dem Eigenholde Furcht der Herrin ich, Isolde! Hab acht, Tristan! Botschaft von Isolde. Was ist? - Isolde? --- Von meiner Herrin? Ihr gehorsam was zu hören meldet höfisch mir die traute Magd? Mein Herre Tristan, Euch zu sehen wünscht Isolde, meine Frau. Grämt sie die lange Fahrt, die geht zu End'; eh noch die Sonne sinkt, sind wir am Land. Was meine Frau mir befehle, treulich sei's erfüllt. So mög' Herr Tristan zu ihr gehn: das ist der Herrin Will'. Wo dort die grünen Fluren dem Blick noch blau sich färben, harrt mein König meiner Frau: zu ihm sie zu geleiten, bald nah' ich mich der Lichten; keinem gönnt' ich diese Gunst. Mein Herre Tristan, höre wohl: deine Dienste will die Frau, dass du zur Stell' ihr nahtest dort, wo sie deiner harrt. Auf jeder Stelle, wo ich steh', getreulich dien ich ihr, der Frauen höchster Ehr'; liess' ich das Steuer jetzt zur Stund', wie lenkt' ich sicher den Kiel zu König Markes Land? Tristan, mein Herre, was höhnst du mich? Dünkt dich nicht deutlich die tör'ge Magd, hör meiner Herrin Wort! So, hiess sie, sollt' ich sagen: Befehlen liess' dem Eigenholde Furcht der Herrin sie, Isolde. Darf ich die Antwort sagen? Was wohl erwidertest du? Das sage sie der Frau Isold'! Wer Kornwalls Kron' und Englands Erb' an Irlands Maid vermacht, der kann der Magd nicht eigen sein, die selbst dem Ohm er schenkt. Ein Herr der Welt Tristan der Held! Ich ruf's: du sag's, und grollten mir tausend Frau Isolden! Herr Morold zog zu Meere her, in Kornwall Zins zu haben; ein Eiland schwimmt auf ödem Meer, da liegt er nun begraben! Sein Haupt doch hängt im Irenland, als Zins gezahlt von Engeland: Hei! Unser Held Tristan, wie der Zins zahlen kann!« Sein Haupt doch hängt im Irenland, als Zins gezahlt von Engeland: Hei! Unser Held Tristan, wie der Zins zahlen kann!