Das Rheingold, WWV 86A / Scene I:Garstig glatter glitschriger Glimmer!

Lyrics: Richard Wagner Music: Richard Wagner (Alberich): Garstig glatter glitschiger Glimmer! Wie gleit ich aus! Mit Händen und Füssen, nicht fasse noch halt´ ich das schlecke Geschlüpfer! Feuchtes Nass füllt mir die Nase:verfluchtes Niesen! (Woglinde):Prustend naht meines Freiers Pracht! (Alberich): Mein Friedel sei, du fräuliches Kind! (Woglinde):Willst du mich frei'n, sofreie mich hier! (Alberich):O weh! Du entweichst?Komm' doch wieder! Schwer ward mir, was so leicht du erschwingst. (Woglinde):Steig' nur zu Grund, dagreifst du mich sicher! (Alberich):Wohl besser da unten! (Woglinde):Nun aber nach oben! (Die Rheintöchter):Hahahahaha! (Alberich):Wie fang' ich im Sprungden spröden Fisch? Warte, du Falsche! (Wellgunde):Heia, du Holder! Hörstdu mich nicht? (Alberich):Rufst du nach mir? (Wellgunde):lch rate dir wohl: zu mir wende dich, Woglinde meide! (Alberich):Viel schöner bist du als jene Scheue, die minder gleissend und gar zu glatt. Nur tiefer tauche, willst du mir taugen. (Wellgunde):Bin nun ich dir nah? (Alberich):Noch nicht genug! Die schlanken Arme schlinge um mich, dass ich den Nacken dir neckend betaste, mit schmeichelnder Brunst, an dieschwellende Brust mich dir schmiege. (Wellgunde):Bist du verliebt und lüstern nach Minne, lass sehn, du Schöner, wie bist du zu schau'n? Pfui! Du haariger, höckriger Geck! Schwarzes,schwieliges Schwefelgezwerg! Such' dir ein Friedel, dem du gefällst! (Alberich):Gefall' ich dir nicht, dich fass' ich doch fest! (Wellgunde):Nur fest, sonst fliess ich dir fort! (Die Rheintöchter):Hahahahaha! (Alberich):Falsches Kind! Kalter,grätiger Fisch! Schein' ich nicht schön dir, niedlich und neckisch, glatt und glau- hei, so buhle mit Aalen, ist dir eklig mein Balg! (Flosshilde):Was zankst du, Alp?Schon so verzagt? Du freitest um zwei: frügst du die dritte, süssen Trost schüfe die Traute dir! (Alberich):Holder Sang singt zu mir her! Wie gut, dass ihr eine nicht seid! Von vielen gefall' ich wohl einer: bei einer kieste mich keine! Soll ich dir glauben, so gleite herab! (Flosshilde):Wie torig seid ihr,dumme Schwestern, dünkt euch dieser nicht schon! (Alberich):Für dumm und hässlich darf ich sie halten, seit ich dich Holdeste seh'. (Flosshilde):O singe fort so süss und fein, wie hehr verführt es mein Ohr! (Alberich):Mir zagt, zuckt und zehrtsich das Herz, lacht mir so zierliches Lob. (Flosshilde):Wie deine Anmut mein Aug' erfreut, deines Lächelns Milde den Mut mir labt! Seligster Mann! (Alberich):Süsseste Maid! (Flosshilde):Wärst du mir hold! (Alberich):Hielt dich immer! (Flosshilde):Deinen stechenden Blick, deinen struppigen Bart, o säh ich ihn,fasst' ich ihn stets! Deines stachligen Haares strammes Gelock, umflöss es Flosshilde ewig! Deine Krotengestalt, deiner Stimme Gekrächz, o dürft' ich staunend und stumm, sie nur hören und sehn! (Die Rheintöchter):Hahahahaha! (Alberich):Lacht ihr Bösen mich aus? (Flosshilde):Wie billig am Ende vom Lied! (Die Rheintöchter):Hahahahaha! (Alberich):Wehe! Ach wehe! O Schmerz! O Schmerz! Die dritte, so traut, betrog sie mich auch? Ihr schmählich schlaues, lüderlich schlechtes Gelichter! Nährt ihr nur Trug, ihr treuloses Nickergezücht?