Lyrics: Emanuel Johann Josef Schikaneder Music: Wolfgang Amadeus Mozart Das Theater ist ein Palmwald; alle Bäume sind silberartig, die Blätter von Gold. 18 Sitze von Blättern; auf einem jeden Sitze steht eine Pyramide, und ein grosses schwarzes Horn mit Gold gefasst. In der Mitte ist die grösste Pyramide, auch die grössten Bäume. Sarastro nebst andern Priestern kommen in feyerlichen Schritten, jeder mit einem Palmzweige in der Hand. Ein Marsch mit blasenden Instrumenten begleitet den Zug. SARASTRO (nach einer Pause) Ihr eingeweihten Diener der großen Götter Osiris und Isis!‐Mit reiner Seele erklär’ ich euch, daß unsere heutige Versammlung eine der wichtigsten unserer Zeit ist. ‐Tamino, ein Königgssohn, wandelt an der nördlichen Pforte unseres Tempels und will ins Heiligtum des größten Lichtes blicken. ‐Diesen Tugendhaften zu bewachen, ihm freundschaftlich die Hand zu bieten, ist heute unsere Pflicht. ERSTER PRIESTER (steht auf) Er besitzt Tugend? SARASTRO Tugend! ZWEYTER PRIESTER Auch Verschwiegenheit? SARASTRO Verschwiegenheit! DRITTER PRIESTER Ist wohlthätig? SARASTRO Wohlthätig! - haltet ihr ihn für würdig, so folgt meinem Beyspiele. (Sie blasen dreimal in die Hörner.) Sarastro dankt euch im Namen der Menschheit. ‐Die Götter haben Pamina, das sanfte, tugendhafte Mädchen dem Jüngling bestimmt, dies ist der Grund, warum ich sie der Mutter entriß. ‐Dieses Weib hofft durch Blendwerk und Aberglauben das Volk zu berücken, und unsern festen Tempelbau zu zerstören. Das soll sie nicht! ‐Tamino, soll ihn als Eingeweihter mit uns befestigen. ERSTER PRIESTER Grosser Sarastro, wird Tamino die harten Prüfungen, so seiner warten, bestehen? - Er ist Prinz. SARASTRO Er ist mehr - Er ist Mensch! ZWEYTER PRIESTER Wir kennen und verehren... ZWEYTER PRIESTER ...deine Weisheit. SARASTRO Man führe Tamino mit seinem Gefährten in den Vorhof des Tempels ein. (Zum Sprecher, der vor ihm niederkniet) Und du, Freund! - vollziehe dein heiliges Amt, lehre sie beyde die Macht der Götter erkennen.