Music: Kurt Weill Und wir fanden einen Mann in Boston, Der bezahlte gut, und zwar aus Liebe. Und ich hatte meine Not mit Anna, Denn auch sie liebte, aber einen andern, Und den bezahlte sie, und auch aus Liebe. Ach, ich sagte ihr oft: "Ohne Treue bist du höchstens die Hälfte wert. Man bezahlt doch nicht immer aufs neue, Sondern nur für das, was man verehrt. Das kann höchstens eine machen, Die auf niemand angewiesen ist. Eine andre hat nichts zu lachen, Wenn sie einmal ihre Situation vergißt." Ich sagte ihr: "Setz dich nicht zwischen zwei Stühle." Und dann besuchte ich ihn Und sagte ihm: "Solche Gefühle Sind für meine Schwester Anna der Ruin. Das kann höchstens eine machen, Die auf niemand angewiesen ist. Eine andre hat nichts zu lachen, Wenn sie einmal ihre Situation vergißt." Leider traf ich Fernando noch öfter. Es war gar nichts zwischen uns. - Lächerlich! Aber Anna sah uns, und leider Stürzte sie sich gleich auf mich. Der Herr erleuchte unsre Kinder, Daß sie den Weg erkennen, der zum Wohlstand führt, Daß sie nicht sündigen gegen die Gesetze, Die da reich und glücklich machen Und sie zeigt ihren kleinen weißen Hintern, Mehr wert als eine kleine Fabrik, Zeigt ihn gratis den Gaffern und Straßenkindern, Der Welt profanen Blick. Das gibt immer solche Sachen, Wenn man sich ein einz'ges Mal vergißt. Das kann höchstens mal eine machen, Die auf keinen Menschen angewiesen ist. Wer über sich selber den Sieg erringt, Der erringt auch den Lohn. Ach, war das schwierig, alles einzurenken, Abschied zu nehmen von Fernando Und sich bei Edward zu entschuldigen, und die langen Nächte, Wo ich meine Schwester weinen hörte und sagen: "Es ist richtig so, Anna, aber so schwer."