Die Zauberflöte K.620 / Act 2:"Wie? Wie? Wie?..." - Dialog:"Tamino! Dein standhaft m?nnliches Betragen hat gesiegt"

Music: Wolfgang Amadeus Mozart Die Bühne bleibt dunkel, is die drei Damen der Königin aus der Versenkung erscheinen. Sie tragen Kerzen. DIE DREY DAMEN: Wie? Wie? Wie? Ihr an diesem Schreckensort? Nie, Nie, Nie! Kommt ihr wieder glücklich fort! Tamino, dir ist Tod geschworen. Du, Papageno! bist verlohren! PAPAGENO: Nein! Nein! Nein! Das wär zu viel. TAMINO: Papageno schweige still! Willst du dein Gelübde brechen, Nichts mit Weibern hier zu sprechen? PAPAGENO: Du hört ja, wir sind beyde hin. TAMINO: Stille sag ich! - Schweige still! PAPAGENO: Immer still, und immer still! DIE DREY DAMEN: Ganz nah ist euch die Königinn! Sie drang in Tempel heimlich ein. PAPAGENO: Wie? Was? Sie soll im Tempel seyn? TAMINO: Stille sag ich! - Schweige still! - Wirst du immer so vermessen, Deiner Eides - Pflicht vergessen? DIE DREY DAMEN: Tamino, hör! du bist verlohren! Gedenke an die Königinn! Man zischelt viel sich in die Ohren Von dieser Priester falschem Sinn. TAMINO (für sich): Ein Weiser prüft und achtet nicht, Was der verworfne Pöbel spricht. DIE DREY DAMEN: Man zischelt viel sich in die Ohren Von dieser Priester falschem Sinn. Man sagt, wer ihrem Bunde schwört, Der ist verwünscht mit Haut und Haar. PAPAGENO: Das wär beym Teufel unerhört! Sagt an Tamino, ist das wahr? TAMINO: Geschwätz von Weibern nachgesagt, Von Heuchlern aber ausgedacht. PAPAGENO: Doch sagt es auch die Königinn. TAMINO: Sie ist ein Weib, hat Weibersinn, Sey still, mein Wort sey dir genug, Denk deiner Pflicht, und handle klug. DIE DREY DAMEN: (zu Tamino) Warum bist du mit uns so spröde? (Tamino deutet bescheiden, dass er nicht sprechen darf.) Auch Papageno schweigt. - so rede! PAPAGENO: Ich möchte gerne - Woll - TAMINO: Still! PAPAGENO (heimlich): Ihr seht, dass ich nicht soll - TAMINO: Still! TAMINO und PAPAGENO: Dass ich / du nicht kann / kannst das Plaudern lassen, Ist wahrlich eine Schand' für mich / dich. DIE DAMEN: Wir müssen sie mit Scham verlassen, es plaudert keiner sicherlich. ALLE FÜNF: Wir / Sie müssen sie / uns mit Schaam verlassen: Es plaudert keiner sicherlich! Von festem Geiste ist ein Mann, Er denket, was er sprechen kann. Von festem Geiste ist ein Mann, Er denket, was er sprechen kann. (Die Damen wollen gehen, die Eingeweihten schreyen von innen.) PRIESTER: Entweiht ist die heilige Schwelle, Hinab mit den Weibern zur Hölle! (Ein schrecklicher Accord mit allen Instrumenten, Donner, Blitz und Schlag: zugleich zwey starke Donner. Die Damen stürzen in die Versenkung.) DIE DREY DAMEN: O weh! O weh! PAPAGENO (fällt vor Schrecken zu Boden): O weh! O weh! O weh! (Die beyden Priester kommen.) SPRECHER: Tamino! Dein standhaft männliches Betragen hat gesiegt, aber du hast noch manch rauhen und gefährlichen Weg zu wandern. (er giebt ihm den Sack um) Komm mit mir! (ab) ZWEYTER PRIESTER: Papageno, stehe auf! Warum liegst du hier? PAPAGENO: Pst! Ich lieg' in einer Ohnmacht! ZWEYTER PRIESTER: Auf! Sammle dich und sey ein Mann! PAPAGENO (steht auf): Aber wenn mir die Götter eine Papagena bestimmten, warum muss ich denn mit so vielen Gefahren sie erringen? ZWEYTER PRIESTER: Komm! meine Pflicht heischt allein dich weiter zu führen. (er giebt ihm den Sack um)