Eine Hand wäscht die andre Hand, Favell

(Favell) Was ich will? Was ich will ist ein Haus Kein Palast, nur eine Villa Vor dem Portal ein Cabrio Im Keller reichlich Veuve Cliquot Bisher versuchte ich es leider Wie andre Trottel Mit Talent und Fleiß Inzwischen habe ich gelernt In dieser Welt kommt man nur weiter Wenn man die gold'ne Regel weiß Eine Hand wäscht die and're Hand Ich halt das Maul und kassiere Geheimes Wissen ist wie ein Band Das jeden Feind mit mir vereint Solang wir profitieren Ich will in London meinen Schneider Ich will in Strand von Cannes mein Stammhotel Ich will nicht knausern mit dem Geld Und wenn es einmal knapp wird Dann will ich Nachschub Und zwar schnell Eine Hand wäscht die and're Hand Ich halt das Maul und kassiere Geheimes Wissen ist wie ein Band Das jeden Feind mit mir vereint Solang wir profitieren Natürlich geht ihr zu Max de Winter Ihr wohnt ja gut in seinem Haus Ihr trinkt den feinen Wein von ihm Und steckt ihr in der Tinte Holt er euch selbstverständlich raus Eine Hand wäscht die and're Hand Jeder lässt sich gern schmieren Wer ist schon gern ein Denunziant Wir sind loyal auf jeden Fall Solang wir profitieren (hahahahaha!) Eine Hand wäscht die and're Hand Ich halt das Maul und kassiere Geheimes Wissen ist wie ein Band Das jeden Feind mit mir vereint Solang ich dabei profitiere! (Favell) Ach, da ist ja der gute Max! Ich trinke auf Dein Wohl. Du kannst es brauchen, und mir hilft es über den Schock. (Maxim) Raus! (Favell) Etwas mehr Mitgefühl, Max! Rebecca war doch meine Lieblingscousine. Und was ich heute erfahren habe, ist nicht leicht zu verdauen. Ihr Boot vorsätzlich versenkt! Löcher im Bootsrumpf. Tt-tt-tt! Wer macht denn so was?! (Maxim) Kommen Sie zur Sache. (Favell) Nun, ich besitze den klaren Beweis dafür, dass es kein Selbstmord war. (Maxim) Wenn Sie im Besitz eines Beweisstücks sind, müssen Sie es den Behörden aushändigen. (Favell) Ja,(hahaha), das muss ich. Aber das heißt für einen gewissen Max de Winter Gefängnis, Schwurgericht, Galgen. Und seine junge Frau würde ich damit zur Witwe machen und das bring' ich nicht übers Herz. Mir schwebt da eine Art Vereinbarung vor. Eine Hand wäscht die andere Hand. Ich komme Ihnen entgegen, und Sie mir. Sie verstehen schon. (Maxim) Allerdings. Ich verstehe sehr gut. Zum Glück hat mich Oberst Julyan hier her begleitet. Oberst! Bitte kommen Sie. (Oberst Julyan) Guten Abend. Ich fürchte, da braut sich was zusammen.(zu "Ich") Ich hoffe, Sie fühlen sich besser, Mrs. de Winter? ("Ich") Ja, danke Oberst. (Maxim) Jack Favell, der Cousin meiner verstorbenen Frau. Er hat Ihnen etwas mitzuteilen. Favell, Sie sind dran. (Favell) Diese Zeilen hat Rebecca an mich gerichtet, wenige Stunden bevor sie angeblich auf ihr Boot ging, um sich umzubringen. Leider war ich nicht zu Hause. (Oberst Julyan) (liest:)"Ich bin soeben aus London zurückgekommen und gehe jetzt ins Bootshaus hinunter, wo ich auf Dich warte. Egal, wie spät es wird, komm unbedingt. Ich habe Dir etwas sehr wichtiges zu sagen. Rebecca." (Favell) Ich frage Sie, Oberst, schreibt so eine Frau, die den Entschluss gefasst hat, Selbstmord zu begehen? (Oberst Julyan) Haben Sie eine Ahnung, was für eine wichtige Mitteilung Rebecca de Winter Ihnen machen wollte? (Favell) Ich weiß nur, dass Rebecca nie und nimmer Selbstmord begangen hat. Sie hatte gar keinen Grund. Es ging ihr blendend, und ich weiß wovon ich rede. Aber für Mord gibt es ein Motiv, ein starkes Motiv. Die Eifersucht eines eitlen Ehemannes. Wenn Sie wissen wollen, wer der Mörder ist - Da steht er mit seiner gottverdammten Arroganz im Gesicht. (Maxim) Favell hat mich immer gehasst. (Oberst Julyan) Sie erheben da eine schwerwiegende Anschuldigung. Haben Sie irgendeinen Beweis? Einen Zeugen? (Farvell) Emm... Warten Sie. (Oberst Julyan) Er war doch heute Nachmittag bei der Verhandlung im Gericht. Warum hat er den Brief nich dem Untersuchungsrichter vorgelegt? (Maxim) Er wollte Geld. ("Ich") Er wollte uns den Brief verkaufen. (Maxim) Einfach eine saubere Erpressung. (Oberst Julyan) Erpressung ist nie sauber. Und selten einfach.