Lyrics: Richard Wagner Music: Richard Wagner GURNEMANZ:Titurel, der fromme Held, der kannt ihn wohl. Denn ihm, da wilder Feinde List und Macht des reinen Glaubens Reich bedrohten, ihm neigten sich, in heilig ernster Nacht, dereinst des Heilands selige Boten: daraus er trank beim letzten Liebesmahle, das WeihgefĂ€ss, die heilig edle Schale, darein am Kreuz sein göttlich Blut auch floss, dazu den Lanzenspeer, der dies vergoss, - der ZeugengĂŒter höchstes Wundergut, das gaben sie in unsres Königs Hut. Dem Heiltum baute er das Heiligtum. Die seinem Dienst ihr zugesindet auf Pfaden, die kein SĂŒnder findet, - ihr wisst, dass nur dem Reinen vergönnt ist sich zu einen den BrĂŒdern, die zu höchsten Rettungswerken des Grales WunderkrĂ€fte stĂ€rken. - Drum blieb es dem, nach dem ihr fragt, verwehrt, Klingsorn - wie hart ihn MĂŒh auch drob beschwert. Jenseits im Tale war er eingesiedelt; darĂŒber hin liegt ĂŒpp'ges Heidenland: - unkund blieb mir, was dorten er gesĂŒndigt; doch wollt er bĂŒssen nun, ja - heilig werden. OhnmĂ€chtig, in sich selbst die SĂŒnde zu ertöten, an sich legt er die Frevlerhand, die nun, dem Grale zugewandt, verachtungsvoll des HĂŒter von sich stiess. Darob die Wut nun Klingsorn unterwies, wie seines schmĂ€hl'chen Opfers Tat ihm gĂ€b zu bösem Zauber Rat: - den fand er nun. Die WĂŒste schuf er sich zum Wonnegarten; drin wachsen teuflisch holde Frauen, dort will des Grales Ritter er erwarten zu böser Lust und Höllengrauen: wen er verlockt, hat er erworben, schon Viele hat er uns verdorben. - Da Titurel, in hohen Alters MĂŒhen, dem Sohn die Herrschaft hier verliehen, Amfortas liess es da nicht ruhn der Zauberplag' Einhalt zu tun. Das wisst ihr, wie es da sich fand: der Speer ist nun in Klingsors Hand; kann er selbst Heilige mit ihm verwunden, den Gral auch wĂ€hnt er fest schon uns entwunden! Kundry hat sich, in wĂŒtender Unruhe, oft heftig umgewendet VIERTER KNAPPE:Vor Allem nun, der Speer kehr uns zurĂŒck! DRITTER KNAPPE:Ha! wer ihn brĂ€cht, ihm wĂ€r's zu Ruhm und GlĂŒck? GURNEMANZ:Vor dem verwaisten Heiligtum in brĂŒnst'gem Beten lag Amfortas, ein Rettungszeichen bang erflehend: - ein sel'ger Schimmer da entfloss dem Grale; ein heilig Traumgesicht nun deutlich zu ihm spricht durch hell erschauter Wortezeichen Male: »durch Mitleid wissend, der reine Tor, harre sein, den ich erkor!« DIE VIER KNAPPEN:»Durch Mitleid wissend, der reine Tor -«