Music: Arnold Schönberg
Einziger, ewiger, allgegenwärtiger,
Unsichtbarer und unvorstellbarer Gott…!
Lege die Schuhe ab: bist weit genug
gegangen; du stehst auf heiligem Boden;
nun verkünde!
Gott meiner Vater, Gott Abrahams,
Isaaks und Jakobs, der du ihren Gedanken
in mir wiedererweckt hast, mein Gott,
nötige mich nicht, ihn zu verkünden.
Ich bin alt; laß mich in Ruhe meine
Schafe weiden…!
Du hast die Greuel gesehen, die Wahrheit erkannt:
so kannst du nicht anders mehr:
Du mußt dein Volk daraus befrein!
Wer bin ich, mich der Macht der Blindheit
entgegenzustellen?
Dem einzigen Gott verbunden,
mit dir einig:
mit Pharao entzweit!
Was bezeugt dem Volk meinen Auftrag?
Des Einzigen Name!
Der Ewige will es befrein, daß es nicht
mehr Vergänglichem diene.
Niemand wird mit glauben!
Vor ihren Ohren wirst du Wunder tun –
ihre Augen werden sie anerkennen:
von deinem Stab werden sie hören –
deine Klugheit bewundern;
von deiner Hand –
an deine Kraft glauben,
vom Wasser des Nil –
fühlen, was ihrem Blut befohlen.
Meine Zunge ist ungelenk:
ich kann denken,
aber nicht reden.
Wie aus diesem Dornbusch,
finster, eh das Licht
der Wahrheit auf ihn fiel,
so vernimmst du meine Stimme
aus jedem Ding
Aron will ich erleuchten,
er soll dein Mund sein!
Aus ihm soll deine Stimme sprechen,
wie aus dir die meine!
Und ihr werdet gesegnet sein.
Denn das gelobe ich dir:
Dieses Volk ist auserwählt,
vor allen Völkern,
das Volk des einzigen Gottes zu sein,
daß es ihr erkenne
und sich ihm allein ganz widme;
daß es alle Prüfungen bestehe,
denen – in Jahrtausenden –
der Gedanke ausgesetzt ist.
Und das verheiße ich dir:
Ich will euch dorthin führen,
wo ihr mit dem Ewigen einig
und allen Völkern ein Vorbild werdet.
Und nun gehe!
Aron triffst du in der Wüste.
Er kommt dir auf deinem Weg entgegen;
daran sollst du ihn erkennen
Verkünde!