Music: Richard Wagner
Nun sing’! Ich lausche dem Gesang.
Hei! Siegfried erschlug
nun den schlimmen Zwerg!
Jetzt wüßt’ ich ihm noch
das herrlichste Weib:
auf hohem Felsen sie schläft,
Feuer umbrennt ihren Saal:
durchschritt’ er die Brunst,
weckt’ er die Braut,
Brünnhilde wäre dann sein!
O holder Sang!
Süßester Hauch!
Wie brennt sein Sinn
mir sehrend die Brust!
Wie zückt er heftig
zündend mein Herz!
Was jagt mir so jach
durch Herz und Sinne?
Sag’ es mir, süßer Freund!
Lustig im Leid
sing’ ich von Liebe;
wonnig aus Weh
web’ ich mein Lied:
nur Sehnende kennen den Sinn!
Fort jagt’s mich
jauchzend von hinnen,
fort aus dem Wald auf den Fels!
Noch einmal sage mir,
holder Sänger:
wird’ ich das Feuer durchbrechen?
Kann ich erwecken die Braut?
Die Braut gewinnt,
Brünnhild’ erweckt
ein Feiger nie:
nur wer das Fürchten nicht kennt!
Der dumme Knab’,
der das Fürchten nicht kennt,
mein Vöglein, der bin ja ich!
Noch heute gab ich
vergebens mir Müh’,
das Fürchten von Fafner zu lernen.
Nun brenn’ ich vor Lust,
es von Brünnhilde zu wissen:
wie find’ ich zum Felsen den Weg?
So wird mir derWeg gewiesen:
wohin du flatterst
folg’ ich dem Flug!